Stadttieren durch die Hitze helfen – Wassertränken und weitere Tipps

13. Juli 2025
Ein brauner Vogel beugt sich in eine orange Trinkschale und trinkt Wasser.

Stadttiere Hitze helfen

Sobald der Sommer in der Stadt Einzug hält und die Temperaturen auf 30 Grad oder mehr steigen, verändern sich nicht nur unser Alltag und unser Wohlbefinden – auch für Tiere wird es zunehmend schwieriger. Während wir Schatten aufsuchen, viel trinken und Klimaanlagen einschalten, haben Stadttiere oft kaum Möglichkeiten, mit der Hitze umzugehen. Asphalt, Beton und Glasflächen heizen sich stark auf und speichern die Wärme, oft bis spät in die Nacht. Gleichzeitig gibt es in Städten nur wenige natürliche Rückzugsräume oder Wasserquellen.
Doch mit einfachen Mitteln können wir diesen Tieren helfen, den Sommer zu überstehen. Wassertränken, Schattenplätze und ein bewusster Umgang mit der Umgebung sind kleine Schritte mit großer Wirkung.

Warum Stadttiere im Sommer besonders gefährdet sind

In ländlichen Gegenden finden Tiere in der Regel ausreichend natürliche Wasserstellen, Bäume und Unterholz als Schutz vor der Sonne. In Städten hingegen sieht das anders aus:

  • Vögel nisten oft in Hausnischen oder auf Dächern, wo die Hitze sich staut.
  • Igel und andere Kleinsäuger finden kaum feuchte Böden oder schattige Plätze.
  • Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten benötigen regelmäßig Wasser, um zu überleben – doch Blüten trocknen schneller aus, und Pfützen verdunsten binnen Minuten.
  • Eichhörnchen müssen über heiße Straßen laufen, um Nahrung oder Wasser zu finden. Dabei geraten sie nicht nur in Gefahr durch Autos, sondern auch durch Hitzeerschöpfung.

Hinzu kommt: Viele urbane Grünflächen sind gepflegt, aber nicht tiergerecht. Kurz gemähte Rasenflächen, fehlende Sträucher und versiegelte Flächen bieten keine Nahrung, keinen Schutz und keine Feuchtigkeit. Gerade Jungtiere oder geschwächte Tiere haben kaum eine Überlebenschance, wenn es mehrere Tage am Stück heiß bleibt.

Wassertränken aufstellen – so unterstützt du Stadttiere und Insekten

Ein Igel sitzt im Rasen vor einer flachen Wasserschale.

Stadttiere Wasser

Die wohl einfachste und wirkungsvollste Hilfe: Wasser bereitstellen. Aber richtig! Denn nicht jedes Gefäß ist automatisch tierfreundlich.
So gestaltest du eine sichere Wasserstelle:

  1. Die richtige Schale wählen:
    Nutze eine flache Schale, z. B. einen Blumentopfuntersetzer oder eine Kuchenform mit niedrigen Rändern. Zu tiefe Gefäße sind gefährlich, kleine Tiere können hineinfallen und ertrinken.
  2. Auf- und Ausstiegshilfen integrieren:
    Lege kleine Steine, flache Kiesel oder stabile Zweige in die Schale. So haben Vögel einen sicheren Stand und Insekten finden Landeplätze, ohne ins Wasser zu geraten.
  3. Standort beachten:
    Stelle die Wasserstelle an einen halbschattigen Ort, damit das Wasser nicht zu schnell verdunstet und kühl bleibt. Am besten ist ein geschützter Platz, den Vögel gut überblicken können, um sich vor Katzen oder Krähen zu schützen.
  4. Regelmäßig reinigen:
    Reinige die Schale täglich mit heißem Wasser – keine Chemikalien verwenden! Wechsel das Wasser idealerweise täglich, vor allem bei starker Hitze oder wenn viele Tiere sie nutzen.
  5. Keine Zusätze!
    Bitte gib niemals Zucker, Honig oder Vitamine ins Wasser. Diese schaden mehr, als sie nutzen – besonders Insekten vertragen keine Zusätze.Tipp: Mehrere kleine Schalen im Garten, auf dem Balkon oder sogar am Straßenrand verteilt helfen unterschiedlichen Tierarten gleichzeitig.

    Mehrere Wespen sitzen auf einem eingekerbten Stein und trinken Wasser.

    Stadttiere Insekten versorgen

Insekten gezielt unterstützen: Tränken für Bienen, Hummeln & Co.

Insekten spielen eine zentrale Rolle im städtischen Ökosystem – als Bestäuber, Nahrungsquelle für andere Tiere und Teil des biologischen Gleichgewichts. Doch sie sind besonders hitzeempfindlich.
So kannst du ihnen helfen:

  • Insektentränke bauen: Ein einfaches DIY: Eine flache Schale mit Kieselsteinen, Moos oder Korkstücken gefüllt, dazu etwas Wasser, das reicht schon. Die Tiere landen sicher auf den Steinen und saugen am Wasser.
  • Standortwahl: Stelle die Tränke in die Nähe von blühenden Pflanzen oder einem Kräuterbeet, dort sind ohnehin viele Besucher unterwegs.
  • Schutz vor Wind und direkter Sonne: Auch Insekten schätzen ein bisschen Schatten. Moos speichert zusätzlich Feuchtigkeit, ideal für durstige Bienen.

Vögeln beim Trinken und Baden helfen

Vögel benötigen Wasser nicht nur zum Trinken, sondern auch zur Gefiederpflege, besonders bei hohen Temperaturen. Der Staub der Stadt, Pollen und Parasiten setzen sich im Gefieder fest. Mit einer flachen Badestelle hilfst du Spatzen, Amseln, Meisen & Co., sauber und gesund zu bleiben.
Geeignete Behälter:

  • Blumentopfuntersetzer
  • Ton- oder Keramikschalen mit rauer Oberfläche
  • Spezielle Vogeltränken mit sicherem Stand

Wichtig: Stelle die Schale erhöht und katzensicher auf, z. B. auf einem stabilen Pflanzenständer oder Tisch. Wenn du Kinder oder neugierige Haustiere hast, achte auf Stabilität.
Achtung bei glatten Materialien: Glas oder Kunststoff können rutschig sein – raue Schalen bieten besseren Halt.

Ein Eichhörnchen steht vor einer flachen Wasserschüssel.

Stadttiere unterstützen

Noch mehr tun: Schatten, Nahrung, Rückzugsorte

Schattenplätze schaffen

Pflanze Sträucher, nutze Hochbeete oder große Blumentöpfe, um grüne Inseln zu gestalten. Schon ein größerer Kräutertopf kann Schatten spenden und gleichzeitig Pollen und Nektar liefern.

Verstecke bieten

Nicht aufräumen kann Leben retten: Ein Laubhaufen, Reisig oder ein unbewegter Holzstapel ist ein perfekter Unterschlupf für Igel, Käfer und Wildbienen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Tipps, wenn du Igel unterstützen willst.

Pflanzenvielfalt statt Ziergrün

Verzichte auf sterile Balkonpflanzen. Stattdessen: Lavendel, Thymian, Kornblume, Glockenblume – alles insektenfreundlich, pflegeleicht und schön. Auch auf dem Fensterbrett möglich!

Naturgarten

Ein Naturgarten ist mehr als nur ein Garten ohne Kunstdünger. Er ist ein bewusst gestalteter Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze. Anders als bei herkömmlichen Gärten steht im Naturgarten nicht die makellose Ordnung, sondern die Vielfalt im Vordergrund. Ziel ist es, heimischen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum zu bieten, der gleichzeitig auch für den Menschen als Erholungsort dient. Naturgärten sind anpassungsfähig, nachhaltig und fördern die Biodiversität direkt dort, wo wir leben und arbeiten.

Ein Eichelherr sitzt auf einer Trinkschale.

Stadttiere Vögeln helfen

Gefahren vermeiden – was du nicht tun solltest

  • Keine Mähroboter (nachts) laufen lassen: Sie verletzen häufig Igel oder andere Tiere, die im Schatten ruhen oder sich auf den Weg machen, wenn es kühler und dunkler wird.
  • Keine Schalen mit zu tiefem Wasser aufstellen, wenn du keine Ausstiegshilfe integrieren kannst.
  • Keine Fallen, Klebestreifen oder UV-Insektenlampen im Garten: Sie schaden ungezielt und töten auch nützliche Insekten.
  • Keine chemischen Dünger oder Sprays – auch wenn sie „natürlich“ klingen.

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