Tipps und Trends

Shoppen mit gutem Gewissen: Wie erkenne ich faire Kleidung?

1. April 2016

Samstagnachmittag, ein typischer Shoppingtag für die meisten von uns. Auch ich treffe mich an diesem Tag gerne mit Freundinnen, um ein wenig durch die Stadt zu schlendern, in den einen oder anderen Laden zu schauen und nach einem (erfolgreichen) Einkaufsnachmittag in ein Café einzukehren. Seit längerer Zeit ist mir der Spaß am Klamottenstöbern in den Läden der großen Ketten jedoch ein wenig abhandengekommen. Immer öfter stelle ich mir die Frage: Können wir T-Shirts für Herren, Damenjeans und Co., die zu einem solch günstigen Preis angeboten werden, wirklich mit einem guten Gewissen kaufen oder sollten wir nicht viel eher auf Fair Trade Mode und nachhaltige Kleidung setzen?

Nachhaltigkeit

© carballo /Fotolia

Hauptsache billig?

Keine Frage, Schnäppchen sind reizvoll und viele Menschen gönnen sich lieber mehrere günstige Sachen, als in ein hochwertiges und teureres Kleidungsstück zu investieren. Dieser Sparwahnsinn hat uns lange Zeit begleitet, nicht nur im Modebereich. Auch Lebensmittel konnten lange Zeit gar nicht günstig genug sein. Die Herkunft und Produktionsbedingungen von Fleisch, Käse und Gemüse waren hier eher nebensächlich. Seit einiger Zeit lässt sich aber glücklicherweise eine Trendwende beobachten: Immer mehr Menschen setzen auf faire und nachhaltig produzierte Produkte, Regionalität und biologische Vertretbarkeit.

Die Erderwärmung, Klimakatastrophen und die zunehmend größer werdende Schere zwischen Arm und Reich zeigen schließlich, dass notorischer Geiz auf die Dauer nicht tragbar ist. Apropos Geiz: Dieser ist strikt von Sparsamkeit zu trennen. Natürlich muss niemand 5 Euro für ein Kilo Äpfel bezahlen und selbstverständlich rechtfertigt ein Bio-Label keine Preissteigerung um 200% oder mehr. Wer ein paar Tipps berücksichtigt, kann auch ohne Ebbe im Portemonnaie umweltbewusst leben. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie besonders beim Kauf von Fair Trade Kleidung achten sollten.

Kleidung aus fernen Ländern

Werfen Sie einmal einen Blick auf die Schilder von den Kleidungsstücken, die Sie gerade am Körper tragen. Ich rate einfach mal, welche Angaben Sie dort mit hoher Wahrscheinlichkeit finden werden: Bei mindestens einem Teil wird die Herkunftsangabe „Made in Bangladesh“, „Made in China“ oder „Made in Cambodia“ dabei sein, richtig? Viele Firmen lassen ihre Kleidungsstücke und Produkte in diesen Ländern fertigen, um Kosten zu sparen. Kinderarbeit, menschenunwürdige und gefährliche Arbeitsbedingungen, unfaire Bezahlung und der Einsatz aggressiver Chemikalien stehen hier an der Tagesordnung. Dieser Teufelskreis wird auch durch uns – den Konsumenten – am Laufen gehalten, denn viele Modebegeisterte sind schlichtweg nicht bereit dazu, für einen Pullover etwas mehr Geld auszugeben. Hat man die Wahl zwischen einem ökologisch produzierten Teil für 50 Euro und einem „herkömmlich“ hergestellten für 9,99 Euro, gewinnt häufig das Letztere.

Fair produzierte Kleidung ist eben teurer als ein Oberteil der großen Modeketten. Das merkt man dann natürlich auch an der Qualität. Sie müssen Ihren Kleiderschrank aber gar nicht vollkommen auf den Kopf stellen, sich jede Shoppingfreude verkneifen und Ihr Leben gänzlich umkrempeln: Was zählt, ist Ihre Bereitschaft zum Umdenken. Fair hergestellte Kleidung hilft der Natur und den Menschen, die diese Mode fertigen, dabei zählt jede Fair Trade Jeans und jeder fair gehandelte Herrenpullover.

Lange Zeit hielt sich das Vorurteil, dass „Öko-Mode“ langweilig sei. Wer einmal einen Blick auf die aktuellen Kollektionen wirft, wird schnell eines Besseren belehrt: Nachhaltige Mode steht der „Mainstream-Mode“ heute in Nichts mehr nach!  Faire Kleidung hat sogar noch einen weiteren Vorteil: Da diese T-Shirts für Damen, Herrenjeans, Kleider und Co. nicht so bekannt und stark in der Öffentlichkeit vertreten sind, sichern Sie sich mit fairer Mode ein paar Teile, die nur wenige andere haben, Sie brauchen also keine Angst mehr davor zu haben, beim Meeting, bei der Familienfeier oder in der Freizeit auf einen „Modischen Zwilling“ von Ihnen zu treffen. Endlich können Sie Herrenjacken und mehr shoppen, die sonst keiner hat!

So erkennen Sie nachhaltige Kleidung

So weit, so gut, denken Sie nun, dann kann das nachhaltige Shoppen ja starten? Einen Augenblick Zeit sollten Sie sich noch nehmen, um sich einen Überblick über die wichtigsten Siegel für fair hergestellte Kleidung zu verschaffen. Manche Organisationen prüfen die Arbeitsbedingungen von Angestellten der Textilbranche auf der ganzen Welt und vergeben dann Gütesiegel. Dazu gehören das rote Fairwear-Logo, GOTS (erkennbar am weißen Hemd auf grünem Grund) und der recht bekannte Blaue Engel. Worauf der Fokus im Einzelnen liegt (Umweltfreundlichkeit, Arbeitsbedingungen, Nachhaltigkeit etc.), wird häufig erst nach zeitintensiver Recherche deutlich.  Portale wie „Siegelklarheit“, „Label online“ oder „It fits“ schaffen Klarheit und helfen beim Vergleich. Im Laden selbst können Sie zu „Siegelsuchern“ werden. Zertifikate wie das Fairtrade-Siegel oder „Textiles Vertrauen“ garantieren Mindestpreise für Produzenten und schadstofffreie Kleidung.

Faire Kleidung auf HoseOnline.de

Auch in unserem Onlineshop finden Sie Produkte mit grünem Gewissen und nachhaltige Hersteller. Dazu gehört zum Beispiel der Hersteller MAC Jeans. Das Label setzt auf faire und umweltschonende Arbeitsbedingungen und beweist außerdem, dass nachhaltige Mode nicht teuer sein muss. Auch die Produkte vom Hersteller Angels  Jeans  sind einen Blick wert. Das Nagolder Unternehmen setzt auf „Qualität made in Europe“. Wem der Tierschutz besonders am Herzen liegt, der kommt beim Modelabel Naketano auf seine Kosten. Das Essener Unternehmen verzichtet bei seinen T-Shirts, Damenpullover und Damenjacken auf Wolle, Seide, Leder und Co. Fair gehandelte Kleidung, sei es nun Damenmode oder Herrenmode, ist angesagt und wird heute keineswegs mehr mit Bio-Müsli, Jutebeuteln oder Korksandalen verbunden!

 

 

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9 Kommentare

  • Reply Gaby 5. April 2016 at 13:40

    Viele gute Infos! Danke dafür.

  • Reply Michelle 7. April 2016 at 17:10

    Da kann ich mich nur anschließen! Ich selbst achte seit zwei Jahren konsequent darauf, nachhaltiger zu leben. Ich ernähre mich zum Beispiel vegetarisch bis vegan und nehme oft das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel, wenn es nicht anders geht. Auch in pucto Konsum bin ich sehr viel kritischer geworden und daher ist dieser Artikel ideal für mich. Hoffentlich denken bald noch mehr Menschen um!

  • Reply Merle 14. April 2016 at 13:46

    Danke für den Artikel. Er hat mich schon ein wenig bewegt und in Zukunft achte ich mehr darauf, wo und unter welchen Umständen meine Kleidung produziert wurde.

    • Reply Laura Pöschel 15. April 2016 at 18:25

      Liebe Merle, danke für deinen Kommentar. Genau, es muss gar nicht immer gleich der „große Wurf“ sein, es reichen oft auch kleine Schritte, um Großes zu bewirken. Viel Erfolg dabei! LG und ein schönes Wochenende!

  • Reply S. Peters 15. April 2016 at 18:23

    Ein wirklich informativer Artikel mit guten Tipps, die man leicht umsetzen kann. Ich werde auf jeden Fall zukünftig darauf achten, was ich so kaufe. Dankeschön dafür!

  • Reply Isabel First 15. März 2017 at 2:24

    Ich finde das Tema sehr kompliziert da für 100 Euro Kaufen jeden Jahr einen Mantel bei Amazon oder Zalando ist immer billiger da wenn es geht um Nachhaltigkeit : Gute Stoffe wie aus Brennesel =bis 100Euro /Meter +Arbeit = c. für einen Mantel mindestens 500 Euro muss man rechnen, es lohnt sich wenn man kann selber nähen. Ich nähe mir jetzt Mantel aus 100 % Kaschmir der Preis für alles drum herum über 250 Euro, gut das ich nähen kann und ich werde den Mantel bis 5-6 Jahre tragen.
    Leider es ist nicht nur in Deutschland sondern in viele Länder die Gehälter erlauben nicht das die Person kann in Schneiderei lassen bestimmte Produkte anfertigen, oder sogar in Deutschland viele Strickwaren produziert aus Poliester was aber auch man kann nicht lange tragen und leider Menschen vergessen das echte Wolle kratz Haut und das ist normal, muss Unterhemd immer anziehen. Sie haben voll komm recht, leider viele denken darüber nicht.

    • Reply Laura 17. März 2017 at 11:12

      Liebe Isabel, vielen Dank für deinen Kommentar und deine Gedanken zu diesem Thema. Ja, das ist richtig, in Deutschland lässt die Qualität vieler Produkte häufig zu wünschen übrig und nicht selten siegt der Wunsch nach neuen Trends und mehr Mode einfach über die Qualität und die Berücksichtigung der Arbeitsbedingungen. Wenn man schneidern kann, ist das natürlich echt ein Vorteil, dann weiß man, welche Produkte man verarbeitet und bekommt außerdem ein besseres Gefühl für den Preis von qualitativ hochwertiger Mode. Für alle anderen gilt es dann eben darum, mehr auf die Qualität und Herstellungsbedingungen zu achten und den eigenen Konsum kritisch zu hinterfragen bzw. wo es möglich ist zu reduzieren. Alles Gute und ein schönes Wochenende!

  • Reply Katja 23. März 2017 at 22:40

    Hallo!

    meines Wissens nach ist Naketano nicht vegan. Sie verwenden zwar keine Materialien tierischen Ursprungs, können aber bei der Lieferkette der Farben nicht ganz ausschließen, dass diese unvegan sind.

    Liebe Grüße!

    • Reply Hanna 24. März 2017 at 11:01

      Hallo Katja,

      vielen Dank für deinen Hinweis – Als unser Blogbeitrag entstand, lag uns diese Information nocht nicht vor. Wir haben den entsprechenden Satz geändert!

      Viele Grüße,
      Hanna

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